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Das beliebteste Symbol zur Weihnachtszeit ist der Christbaum. Schon jetzt erscheint Salzburg „grüner“, wobei die Entscheidung für den schönsten Baum und die Entlarvung eines falschen Baumes immer schwieriger zu werden scheint. „Von einem Plastikbaum halte ich überhaupt nichts“, meint Bürgermeister Heinz Schaden. Er scheint das aber doch nicht allzu ernst zu meinen, denn für weihnachtliche Stimmung im Büro ist trotzdem gesorgt. „Ein kleiner singender Christbaum bringt mit ‚Jingle bells’ auch ins Schloss Mirabell Adventstimmung. Das ist schon ganz lustig.“
Bei der Frage, ob Plastik oder Holz, scheiden sich die Geister. Für viele stellt ein Plastikbaum einfach eine praktische Variante dar, während andere dann lieber doch ganz auf den Christbaum verzichten würden. „Ein echter Baum mit echten Kerzen ist schon etwas ganz besonderes“, meint Christian Sedlinger, fügt aber nach kurzem Zögern hinzu, dass er sich die Plastikversion doch auch überlegt hätte. „Aber echt ist halt echt. Da gehören auch die abgefallenen Nadeln dazu.“ Dabei ist der Christbaum, wie wir ihn kennen, in der Echtholz-Version, noch keine 400 Jahre alt. Den Brauch jedoch, in der düsteren Winterzeit das Haus mit grünen Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und mit Kerzen als Hoffnung auf neues Licht zu schmücken, gab es viel früher. Die Lebenskraft, die in wintergrünen Gewächsen steckt, wurde als Heilkraft gedeutet. Das könnte vielleicht als Argument pro Tanne gelten und noch Schwankende überreden, sich Gesundheit ins Haus zu holen. Denn, Aberglaube oder nicht, die Heilkraft wird bei Plastik eher gering sein.
Die eitle Tanne – schmuck von Kopf bis Fuß
Glücklich ist, wer Strohsterne, Holzfiguren und Kerzenhalter aufbewahrt hat. Die Geschmäcker sind zwar sehr verschieden, doch schon in den letzten Jahren geht der Trend wieder mehr zu natürlichem Schmuck. Poppige Kugeln, Lametta und süße Glitzerdekorationen haben zwar eine treue Anhängerschaft, aber unter dem Motto „Back to the origin“ wird wieder mehr Wert auf Originalität gelegt. Auch der soziale Aspekt ist vor allem in der Weihnachtszeit sehr wichtig. Bei, von verschiedensten Vereinen, Pfarren oder auch katholischen Gemeinschaften, organisierten "Workshops" werden gemeinsam Weihnachts- und Christbaumschmuck und Adventkränze gebastelt. Diverse Bücher bieten Anleitungen zum Strohsterne basteln und auch Kerzen aus Bienenwachs sind keine Seltenheit mehr in Salzburgs Geschäften für Weihnachtsaccessoires. Ganz zu den Ursprüngen wird man jedoch nicht zurückkehren. Die ersten Bäume wurden nämlich mit Äpfeln und Hostien behängt. Die Äpfel standen für die Erbsünde, die Hostien für die Erlösung von allen Sünden durch die Geburt Christi.
Sinnbetörend und unwiderstehlich
Weihnachten entspringt einem gesellschaftlichen Bedürfnis von Menschen aller Altersstufen. Dem Bedürfnis nämlich, sich in der dunkelsten und kältesten Zeit des Jahres mit einer Fülle von Symbolen und Utensilien das Licht und die Wärme einzufangen. Licht und Wärme im Sinne von Geborgenheit haben in unserer Gesellschaft nicht immer einen gesicherten Platz. Tradition kann in dem allgemeinen Trubel um Geschenke helfen, sich in einer Gemeinschaft zu fühlen und an etwas teilzuhaben. Die Brauchtumsveranstaltungen gehen auf die Sinne ein und kreieren so die spezielle weihnachtliche Stimmung. Im Teamwork sozusagen, schaffen weihnachtliche Düfte und Gewürze, die ein paar Opiate enthalten, Zucker, Lichter, Alkohol und letztendlich musikalische Untermalungen, die den Gehörsinn stimulieren, auch in Salzburg weihnachtliches Flair. Unter den Augen Mozarts und zwischen barocker Festlichkeit vielleicht ein ganz besonderes.
(im)
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