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Für den Musiker Wolfgang Gaisböck ist die Weihnachtszeit in Salzburg sehr stark mit Brauchtum verbunden. "Das Adventsingen in Salzburg ist sehr traditionell. Es wird heuer achtzehn Mal veranstaltet und zieht sicher die meisten Besucher an." Für den Musiker hat die Adventszeit vor allem etwas mit einer Besinnung auf Wesentlicheres zu tun. "Ich glaube, ich hatte in den letzten 10 Jahren keine Mette mehr, wo ich nicht Trompete gespielt habe. Heuer möchte ich einfach mal so teilhaben." Als "echte" Salzburgerin legt auch Maria Kofler besonderen Wert auf die Tradition in der Stadt. "Total gerne mag ich das Turmblasen am Friedhof von St. Peter am 24. Dezember. Das ist ganz einzigartig in Salzburg!" Ein Programm am Weihnachtstag ist aber auch vor allem für ältere Menschen oder Alleinstehende wichtig, die um die Feiertage so die Möglichkeit haben, in Gesellschaft zu sein.
Die Biochemie des Weihnachtsfestes
Bei all den verschiedenen Aspekten und Gründen für das Feiern von Weihnachten steht eines unumstritten fest: Weihnachten ist „unverwüstlich“. Auch Atheisten und Religionskritiker mögen Bratäpfel, Marzipan-kartoffeln und Glühwein. Der Salzburger Diätassistent Johann Hattinger erklärt das Phänomen Advent von der ernährungswissen-schaftlichen Seite: „Viele Menschen verbinden Weihnachten mit ganz besonders angenehmen Kindheitserinnerungen. Diese sind deshalb so besonders, weil die Maßnahmen zum Fest um diese Jahreszeit sehr stark euphorisierend wirken.“ Wer einmal versucht hätte, meint Hattinger weiter, Weihnachten in sonnigen Gefilden zu feiern, wisse, dass sich die entsprechenden Gefühle nicht einstellen würden. Der Sportstudent Christian Sedlinger hatte dieses Erlebnis im Dezember des Vorjahres. „Letztes Jahr war ich in Südafrika, da ging das Fest total an mir vorbei. Ich hatte null Weihnachtsgefühl und wir haben auch nicht richtig gefeiert.“
Was uns fehlt, ist das Licht
„Licht und Zucker haben anscheinend dieselbe Wirkung auf die Stimmung des Menschen“, erklärt Johann Hattinger. In der dunkelsten Zeit des Jahres mit den niedrigsten Serotoninspiegeln sei das Zuckerzeug natürlich am wirksamsten. „Deshalb gibt's die Weihnachtsbäckerei, die am Heiligen Abend vielfach ihren Höhepunkt in einer Süßwarenorgie findet“, kommentiert der Diätassistent die geliebte Kekstradition der Österreicher. Die Lichterdekoration täte das ihre und unterstützt vom Alkohol im Gläschen Glühwein würden möglichst viele unserer Sinne angesprochen. „Wenn man in der lichtarmen Jahreszeit gerne mal zu alkoholischen Getränken mit mehr Geist greift, bekämpft man nicht nur die Kälte am „Glühweinstandl“, sondern hauptsächlich den niedrigen Serotoninspiegel“, durchschaut der Diätassistent die Liebe - nicht nur der Salzburger - zum Glühwein.
Christkindl oder "x-man"?
Glühwein wird in Salzburg nicht nur auf den Christkindlmärkten getrunken, sondern auch bei verschiedensten „x-mas Events“. Webpages zum Thema Weihnachten und Email-Grußkarten haben das Wort „x-mas“ für den deutschen Sprachraum schon vor ein paar Jahren entdeckt. X-mas ist kürzer und vor allem für Jugendliche „cooler“ als Weihnachten. Das mag auch der Grund sein, warum so manche Weihnachtsfeier in Salzburg zum x-mas Event wird. Da stellt sich nur die Frage, ob die wunderbare Verwandlung vom Weihnachtsmann zum „x-Man“ noch lange auf sich warten lässt. Wenn es aber um die Bescherung geht, bleiben die Salzburger dem typisch österreichischen Christkindl treu. „Ich weiß zwar nicht wie es ausschaut,“ meint Christian Sedlinger „aber zu mir kommt das Christkindl und nicht der Weihnachtsmann.“
(im)
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