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Bei seiner Inauguration Anfang November ließ der neue Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger keinen Zweifel daran, dass ihm die wissenschaftliche Forschung der Universitäten ein großes Anliegen ist. „Ich will, dass die Universität ein Ort der Wissenschaft bleibt“, versicherte Schmidinger den Anwesenden, und fügte hinzu, dass „die Universität für das Gedeihen von Wissenschaft ein privilegierter Ort“ sei.
„Die Berechtigung, Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit der Institution ‚Universität‘ bemisst sich somit fundamental und primär danach, wie weit sie durch Forschung Erkenntnis gewinnt und durch Lehre Erkenntnis weitergibt“. Doch da die Universität Salzburg, die sich ja bekanntlich seit dem Jahre 1999 selbst verwaltet, in diesem Jahr mit bedeutend weniger Geld auskommen muss, wird bei der Ressourcenverteilung verstärkt auf Leistungskriterien gesetzt.
Forschungsdatenbank
Im Bereich Forschung sollen Stärken und Schwächen analysiert und die Institute so zu einer sinnvollen Weiterentwicklung geführt werden. Die Evaluierung der Forschung wird nach rein qualitativen Kriterien durch ein so genanntes „Peer-Review“-Verfahren durchgeführt. "Das heißt, dass nach der internen Diskussion der zukünftigen Ausrichtung und des Entwicklungspotenzials eine international besetzte Expertengruppe die Tätigkeit der Institute begutachtet", sagt der Vizerektor für Forschung, Peter Eckl. Seit seinem Amtsantritt hat Eckl den Aufbau einer umfangreichen Forschungsdatenbank, kurz FODOK genannt, forciert. Die FODOK enthält mittlerweile über 15.000 Datensätze. Präzise werden darin sämtliche Publikationen der Salzburger Wissenschafter aufgelistet (siehe Seite 3).
Forschung in der Praxis
Wie aber sieht es in der Praxis mit dem Forschungsdrang der Universitäten in Salzburg aus? Nach was wird heute eigentlich geforscht? Und wie kann sich jeder über die Forschungstätigkeiten der Salzburger Unis informieren? Wir haben uns zu diesem Zweck das Institut für Geisteswissenschaften in Salzburg näher angeschaut, und wollten Antwort auf diese Fragen finden.
Die Geisteswissenschaftliche Fakultät am Rudolfskai beherbergt gleich vier interessante Institute, nämlich Geschichte, Politikwissenschaft, Kultursoziologie und das größte, Kommunikationswissenschaft. Alle diese Institute betreiben aktive Forschung, unter den Projekten sind sowohl geförderte, welche in Auftrag gegeben wurde, oder Eigenprojekte des jeweiligen Institutes. Für Studierende, die zur erfolgreichen Beendigung ihres Studiums einen Praktikumnachweis erbringen müssen, ist es vielleicht gut zu wissen, dass die Teilnahme an Forschungsprojekten als Praktikum angerechnet werden kann. Vielleicht findet der eine oder andere ja während der Lektüre dieses Artikels oder auf einer Instituts-Website ein laufendes Projekt, das ihm oder ihr besonders zusagt.
Institut für Kommunikationswissenschaft
Das größte Institut der Geisteswissenschaftlichen Fakultät betreibt Forschung im Bereich der gesellschaftlichen Kommunikation. Die Forschungstätigkeiten konzentrieren sich dabei auf die Studienschwerpunkte Journalistik, Audiovision und Öffentlichkeitsarbeit, und zwar so praxisnah wie möglich. Das Institut ist sich dabei seiner besonderen Verantwortung bewusst: als eine von nur zwei universitären Arbeitsstätten in Österreich vertritt es die Schlüsseldisziplin der Medien-, Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Deshalb wird auch fleißig geforscht: Seit 1981 wurde am Institut 55 Mal ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, dazu kommen noch 25 institutseigene Projekte. Bei Projekten wie „Daily Soaps im Alltag von Jugendlichen“, „Die Ökonomisierung der österreichischen Medienwelt“ oder „Die Entstehung nicht-kommerzieller Radios in Österreich“ schlägt das Herz jedes Kommunikationswissenschafters schneller.
Institut für Geschichte
Das Institut für Geschichte betreibt Forschung auf allen Gebieten der Geschichtswissenschaft, wie etwa Österreichische Geschichte, Internationale Zeitgeschichte oder Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Die Schwerpunkte in der Forschung liegen im Bereich der Sozial- und Gesellschaftsgeschichte, der Wirtschaftsgeschichte, der Geschlechtergeschichte, der Kulturgeschichte sowie der Zeitgeschichte. Grundlegend sind regional, europäisch und international vergleichende sowie interdisziplinäre Perspektiven. Seit dem Jahr 1994 führte das Institut 16 geförderte Forschungsprojekte durch, dazu kamen noch 3 Eigenprojekte. Ein laufendes Projekt ist die Konzeption und der Aufbau einer Homepage als Brennpunkt für Informationen über Forschungsleistungen und ForscherInnen zum Forschungs- und Lehrschwerpunkt „Regional Studies“ in Salzburg, eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikwissenschaft.
(enah)
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